Verkauf der SB-Warenhaus-Kette Real

Metro verhandelt mit Konsortium um Redos

Erstellt von Ruth Vierbuchen

Foto: HBB

Nachdem die Gerüchte schon seit längerem die Runde machten, hat der Metro-Vorstand nun exklusive Vertragsverhandlungen mit einem Konsortium um den Hamburger Handelsimmobilien-Spezialisten Redos über den Verkauf der SB-Warenhaus-Kette Real bestätigt. Der Vertragsabschluss soll möglichst bis Sommer erfolgen. Die Gremien von Redos und Metro müssen noch zustimmen.

Dass das Bundeskartellamt, das gleichfalls prüfen muss, die Transaktion ablehnt, ist eher nicht zu erwarten, denn Redos und seine Partner dürften weder vor noch nach der Übernahme von Real eine maßgebliche Machtposition auf dem hiesigen Lebensmittelhandelsmarkt haben - von einer marktbeherrschenden Stellung ganz zu schweigen.

Mit Blick auf die Struktur des deutschen Lebensmitteleinzelhandels mit den großen Spielern Edeka, Rewe, Aldi und Schwarz-Gruppe (Kaufland, Lidl), der als einer der wettbewerbsintensivsten Märkte der Welt gilt, wird deutlich, warum das vereinbarte Rahmenkonzept vorsieht, dass die Metro - bislang für drei Jahre - mit 24,9% am operativen Geschäft von Real beteiligt bleibt. Mit einem Umsatz von zuletzt 7,1 Mrd. Euro ist Real auf dem hiesigen Lebensmittelmarkt ein Leichtgewicht, dem es allein schwer fallen wird, ähnlich gute Einkaufskonditionen wie die großen Wettbewerber herauszuholen, um ein wettbewerbsfähiges Preisniveau bieten zu können.

Mit der Metro, die ihren Lebensmittelbereich im Geschäft mit Hotels, Gastronomie und Caterer immer weiter ausbaut, an seiner Seite sieht die Lage für Real deutlich besser aus. Überhaupt stellt sich die Frage, warum sich der Düsseldorfer Großhändler von Real trennt, nachdem die früheren Vorstandschefs immer wieder betont hatten, dass die SB-Warenhaus-Kette für Metro mit Blick auf das dadurch erreichte größere Einkaufsvolumen wichtig sei. Auch das vorgebrachte Argument, Metro könne sich nach der Trennung besser auf sein Kerngeschäft Großhandel konzentrieren, wirft mehr Fragen als Antworten auf. Zumal das neue Real-Markthallen-Konzept mit mehr Gastronomie die Schnitt-Menge mit Metro eher vergrößert hat.

Für die potenziellen neuen Eigentümer bietet der SB-Warenhaus-Betreiber Real mit seinen gut 70 eigenen Immobilien zwar zweifellos ein interessantes Restrukturierungs- und Wertsteigerungspotenzial. Aber was ist mit den etwa 200 SB-Warenhäusern, in denen Real nur Mieter ist? Für deren Vermieter ist die Frage entscheidend, ob das Konsortium auf Dauer auch das operative Real-Geschäft weiter führen wird.