Runder Tisch zum Thema CO2-Bepreisung

Investieren ist günstiger als Schäden regulieren

Foto: ECE

rv DÜSSELDORF. Nicht zuletzt die weltweiten Schüler-Demonstrationen „Fridays for Future“ haben das Thema Klima-Schutz und CO2-Ausstoß wieder in den Fokus gerückt und die Forderung nach einer Abgabe laut werden lassen. Da auf Immobilien etwa 30% des bundesweiten CO2-Ausstoßes entfallen, wäre die Branche von einer CO2-Bepreisung stark betroffen. Die ECE hat dies zum Anlass genommen, Experten am Unternehmenssitz in Hamburg zum „Runden Tisch“ zu laden.

Dabei standen die Fragen, welche tatsächlichen Auswirkungen eine solche CO2-Bepreisung auf die verschiedenen Stakeholder wie Bauunternehmen, Investoren oder Nutzer hat, im Mittelpunkt der Experten-Runde (Foto: ECE). Aus Sicht von ECE-Geschäftsführer Andreas Mattner bietet die CO2-Bepreisung Chancen, eine weitere staatliche Regulierung zu vermeiden und Anreize für Einsparungen zu schaffen – wenn sie richtig gemacht werde. Deshalb sei es notwendig, die Folgen einer solchen Bepreisung herauszuarbeiten und zu bewerten.

Aus Sicht von Michael Vesper, Minister a.D. darf es aber nicht darum gehen, „finanzielle Belastungen zu erhöhen, sondern darum, den CO2-Ausstoß effektiv zu reduzieren“. Denn angesichts der bereits hohen Belastung ist die Toleranz der Bundesbürger für weitere Abgaben zweifellos gering. „Wichtig ist es, ein Gefühl für CO2 zu schaffen“, so Vesper: Zudem müssten durch die Bepreisung Anreize geschaffen werden, auch tatsächlich zu sparen und in Reduktionsmaßnahmen zu investieren.

In diesem Kontext ist Thilo Schaefer, Leiter des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), überzeugt, dass eine CO2-Bepreisung die Preisrelation zulasten der fossilen Brennstoffe und zugunsten der klimafreundlichen Energieträger verändern könnte. Der Polarforscher Arved Fuchs mahnt, dass zunächst ein gesellschaftlicher Konsens in Sachen CO2-Reduktion hergestellt werden müsse. Das könne durch Transparenz und Lenkungsmechanismen erreicht werden. Wichtig sind aus seiner Sicht schnelle Reduktionen, da das Klima bei seinen Veränderungen nicht auf die Menschen warte.

Christine Lemaitre, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), appelliert an das grundlegende Verständnis der Menschen dafür, dass der Klimawandel und seine Begrenzung Geld kosten. Dabei werde es günstiger sein, zu investieren als später die Schäden zu regulieren. Laut Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz bei der Deutschen Umwelthilfe ist CO2-Bepreisung sicherlich ein wichtiger Baustein für die Verminderung des CO2-Ausstoßes, dies alleine reiche aber nicht. Vielmehr müssten Effizienzstandards, Ordnungsrecht und Sektorenziele ineinander greifen.