Sonae Sierra Germany

Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts

Das Alexa in Berlin. Foto: Alexa

rv DÜSSELDORF. Mit dem 2007 am prominenten Touristenstandort Alexanderplatz in Berlin eröffneten Shopping-Center Alexa hat der Entwickler und Investor Sonae Sierra seinen unübersehbaren Fußabdruck auf dem deutschen Markt hinterlassen. Ein Shopping-Center mit 50 000 qm in der Top-Lage einer Stadt wie Berlin entwickeln zu können, war als Entree auf dem umkämpften deutschen Markt ein gelungener Coup. Weitere Entwicklungen mit der typischen Handschrift des Entwicklers mit portugiesischen Wurzeln sind das Loop5 in Weiterstadt und der Hofgarten Solingen.

Im Rahmen seiner seit einigen Jahren verfolgten Strategie der Kapitalrückgewinnung, die darauf abzielt, durch den Verkauf von Objekten Mittel für neue Projekte frei zu setzen, hat das börsennotierte Unternehmen zuletzt seine Beteiligung am Hofgarten und am Loop5 verkauft. Das Alexa (Foto) gehört einem Fonds der Union Investment Real Estate GmbH. Im Zuge des Wandels, der sich im Shopping-Center-Markt insbesondere in Westeuropa und den USA vollzieht, hat auch Sonae Sierra sein Geschäftsmodel den Veränderungen angepasst und fokussiert sich neben dem Entwicklungsgeschäft darauf, Dienstleistungen für Dritte anzubieten. Denn der Revitalisierungsdruck, der auf älteren Objekten lastet und die wachsenden Ansprüche der Konsumenten, eröffnen gerade den Branchen-Spezialisten neue Chancen.

Im Rahmen der internationalen Strategie - Sonae Sierra ist in 14 Ländern auf drei Kontinenten vertreten - wird das Dienstleistungsgeschäft derzeit auch auf dem deutschen Markt ausgebaut. „Wir sehen in Deutschland noch starkes Wachstumspotenzial für ein professionelles, auf Wertsteigerung ausgerichtetes Dienstleistungsgeschäft für Handelsimmobilien“; konstatiert Jens Horeis, General Manager bei Sonae Sierra Germany: „Unser Ziel ist es, die Dienstleistungs- und Entwicklungs-Pipeline zu vergrößern und gleichzeitig unser aktuelles Portfolio durch Prozessoptimierung, Erweiterung und Refurbishments zu verbessern.“

Hierzulande betreut das Unternehmen sieben Objekte - neben dem Alexa noch die Münster Arkaden, den Hofgarten Solingen, die Mercaden in Böblingen sowie für Union Investment in Hamburg das Quarrée Wandsbek, das Geschäftshaus Ottensen und das Mercado. Mit mehr als 30 Jahren Expertise als Spezialist für Shopping-Center und Handelsimmobilien sowie einem erfolgreichen Track Record sieht sich das Unternehmen auch als Dienstleister gut aufgestellt. Weltweit verwaltet und/oder vermietet der Center-Spezialist 92 Einkaufszentren, davon sind 42 im Eigentum. Das Gros wurde

in Eigenregie entwickelt. Auf Grund seiner internationalen Ausrichtung setzt das Unternehmen auf seinen sehr großen Erfahrungsschatz. Die Service-Palette umfasst neben der Vermietung und Entwicklung für Dritte u.a. das Property Management, Investment Management Services mit den Bereichen Asset Management, Wertsteigerung durch Refurbishments und Repositionierung, Fonds- und Portfolio Management, Verkauf und Akquisitionen sowie alle Bereiche rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Im Unterschied zu vielen anderen Dienstleistern fungiert Sonae Sierra nicht selten auch als Co-Investor an den verschiedenen Assets under Management, um sicher zu stellen, dass die Dienstleistungen auf den Bedarf der jeweiligen Objekte und Investoren abgestimmt sind und Zielkonflikte vermieden werden. Für die Performance der sieben Objekte, die Sonae Sierra hierzulande verwaltet, zieht das Unternehmen eine gute Bilanz und beruft sich dabei auch auf die langfristigen Vertragsverlängerungen mit Union Investment Real Estate resp. deren offenen Immobilienfonds Unimo: Deutschland vor einigen Wochen. Nach den Worten von Volker Noack, Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate GmbH in Hamburg, haben sich die Objekte in ihren Einzugsgebieten „als erste Adressen für Einkaufen und Freizeit“ etabliert.

Die Hauptaufgabe eines Dienstleisters sieht Sonae Sierra heute darin, die Herausforderungen zu bewältigen, die mit den fundamentalen Veränderungen im Konsumverhalten und dem Wandel im Handel einhergehen (Stichwort: Digitalisierung). Da sich die Räume, in denen die Menschen leben, arbeiten, einkaufen und ihre Freizeit verbringen grundlegend verändern, gehe es darum, Konzepte zu entwickeln, die über die klassischen Shopping-Center weit hinaus gehen. Als Beispiel nennt das Unternehmen das Berliner Alexa, dessen Revitalisierung 2018, zehn Jahre nach seiner Eröffnung, auch als Blaupause für die Zukunft der Center-Industrie gilt.

Wesentlicher Bestandteil der Überarbeitung war die Bildung von Cluster, d.h. die Einzelhandelskonzepte beispielsweise aus den Bereichen junge Mode oder Sport wurden  auf einer Ebene konzentriert, um die Frequenz zu steigern. So finden die Kunden bei ihrer Suche die entsprechenden Anbieter in enger Nachbarschaft, denn sie schätzen es, wenn sie viel Auswahl haben. In diesem Kontext wurde auch der Mietermix um 20 neue Marken und Store-Konzepte erweitert.

Mit dem Wettbewerb „First Store by Alexa“ wird nach innovativen Handelskonzepten gesucht. Die Gewinner können sich für sechs Monate im eigens errichteten First Store Cube präsentieren. Ein Muss ist auch das große Gastronomie-Angebot, das in der neuen Food Hall präsentiert wird, der nächsten Generation der Center-Gastronomie. Laut Sonae Sierra haben sich die operativen Ergebnisse deutlich verbessert und es gab ein  gutes Feed-back und internationale Anerkennung für Design und Performance.