Maßnahmen für die Innenstädte der Zukunft

ZIA beklagt Vorschriften-Dschungel

Sorge um die Zukunft der Städte. Foto: R.Vierbuchen

HIR DÜSSELDORF. Mit Blick auf den Bundeskongress „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“, den das neue Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Anfang Juli in Potsdam ausgerichtet hat, und mit Blick auf die Dringlichkeit, die akuten Probleme deutscher Innenstädte zu lösen, hat der zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) der Politik eine Wunschliste präsentiert.

Im Zentrum der aktuellen Diskussionen, die durch die Folgen der Zwangsschließungen zur Pandemie-Bekämpfung an Brisanz gewonnen haben, stehen laut ZIA so grundsätzliche Fragen: Wie soll es weitergehen mit den Innenstädten? Wie kommt neues Leben in die Cities? „Es gibt schon jetzt viele tolle Ideen für die Gestaltung der Innenstädte 2022ff“, fasst die stellvertretende ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan, die Lage zusammen: „Nur wird sprudelnde Kreativität leider oft durch einen Vorschriften-Dschungel ausgebremst, der den gesamten Prozess erlahmen lassen kann“, fürchtet sie. Deshalb dringt der Zentrale Immobilen Ausschuss auf mehr Tempo im Umsetzungsprozess.

Mit Blick auf die Tatsache, dass viele stationäre Einzelhändler im Zuge des Strukturwandels durch die Digitalisierung  sowie die Folgen der Zwangsschließungen im Rahmen der Pandemiebekämpfung Flächen aufgegeben haben oder sich verkleinern, prägt die Ansiedlung weiterer Nutzungen die aktuelle Diskussion über die Rettung der Innenstädte. Zumal dadurch der Verödung der Stadtzentren nach Geschäftsschluss entgegengewirkt werden könnte.

„Durch Mixed-Use-Immobilien und vielfältige Kombis aus Handel, Wohnen, Büro, Handwerk und Kultur könnten vielerorts Zeichen einer neuen Stadtentwicklung gesetzt werden“, schreibt der ZIA, um gleichzeitig zu beklagen, dass die Prozesse in der konkreten Planung, Genehmigung oder Förderung nicht selten ins Stocken kämen. Mit Blick auf die tiefgreifenden Folgen der Pandemie ist laut Aygül Özkan beim Umbau der Innenstädte, Stadt- und Ortszentren aber Eile geboten. Zumal die Folgen des Ukraine-Krieges wie etwa Lieferprobleme und die hohe Inflation die erhoffte Erholung im wichtigen Mode-Handel 2022 wahrscheinlich verzögern werden.

Laut Özkan zeigen beispielsweise die Erfahrungen im ersten Jahr des Programms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“, dass die Bewilligungs- und Abrechnungsverfahren bei den Fördermaßnahmen unbedingt verbessert werden müssten: „Nur vereinfachtes Fördern und schnelles Auszahlen der Unterstützung an die Kommunen verhindert, dass sich Leerstand unwiderruflich verfestigt.“

Des Weiteren regt der Verband die Förderung von Business Improvement Districts (BID) an, die als privatwirtschaftliche Initiative von Immobilieneigentümern und Gewerbetreibenden schon vielerorts zur Verbesserung von Standorten und Quartieren beigetragen haben. Jeder Euro aus dem Programm löst laut Özkan ähnlich wie in der Städtebauförderung private Investitionen von 8 Euro aus.