Quincy Köln

„Wenn Sie jetzt DuMont-Carré sagen, dann lege ich auf“

Foto: Concepta Projektentwicklung

Das DuMont-Carré in Köln hatte jahrelang Probleme mit der richtigen Positionierung im Markt. Da war es mit einem Eimer Farbe nicht getan. Um das Center auf Kurs zu bringen, war eine grundlegende Revitalisierung notwendig. Und die hat funktioniert.

„Wenn Sie jetzt DuMont-Carré sagen, dann lege ich auf“: Diesen Satz sagte der Expansionsbeauftragte einer großen Einzelhandelskette in Deutschland auf die Frage nach einer möglichen Anmietung im DuMont-Carré in bester Lage an der Fußgängerzone Breitestraße im Herzen von Köln. Und diese Antwort kam nicht unerwartet, denn jahrelang konnte das Center nicht auf Erfolgskurs gebracht werden. Doch letztlich wurde der Mietinteressent durch das neue Konzept überzeugt. Heute ist das Unternehmen mit ca. 2 500 qm im Quincy vertreten. Quincy – das ist der neue Name, der ganz klarmacht: Hier ist etwas Neues entstanden. Und davon kann sich der Kunde jeden Tag überzeugen. Denn viele Dinge wurden angepackt und verändert.

Zunächst einmal wurde das gesamte Basement, in dem zahlreiche Leerstände zu beklagen waren, völlig neu besetzt. Die Idee war, Fachmärkte in der Innenstadt anzusiedeln. Und in diesem Zusammenhang fiel auch das oben erwähnte Zitat. Die Vorteile einer solchen Ausrichtung lagen aber auf der Hand. Schließlich verfügt das Quincy über ca. 650 Parkplätze, was in der Kölner Innenstadt durchaus ein Pfund ist. Außerdem ist ein unterirdischer Anlieferhof vorhanden, in den Lkw aller Größe einfahren und wenden (!) können. Diese Möglichkeit liegt bei den großen Geschäften im Basement quasi vor der Tür und ist für eine Innenstadt eher untypisch. Von daher musste dieser Vorteil genutzt werden.

Und durch die Umwidmung unproduktiver Verkehrs- in Mietflächen entstand ein monetärer Vorteil, der dann auch an diesem Standort fachmarkttypische Mieten ermöglichte. Decathlon und Smyths Toys verfügen jeweils über Zugänge im Erdgeschoss. Der Check-out liegt aber im Basement, sodass die Kunden quasi zwangsläufig das zentrale Forum nutzen und so für Frequenz im ganzen Center sorgen.

Auch für das Erdgeschoss wurde ein neuer Konzeptansatz umgesetzt. Chancenlose Modeanbieter wurden durch Anbieter des täglichen Bedarfs ersetzt. Gegenüber dem Quincy befindet sich ein großer, leistungsfähiger Rewe-Supermarkt in der Opernpassage. Von daher musste ein Konzept gefunden werden, das diese Standortkompetenz nutzt und nicht direkt mit ihr konkurriert. Deshalb entstand der Ansatz „feel global – eat global“. Kölner sind offene Menschen, die viel in der Welt umherreisen und dort ihre kulinarischen Erfahrungen sammeln. Und wenn sie dann wieder zu Hause sind, dann wollen sie weiterhin authentische Lebensmittel einkaufen, die sie in der Ferne kennengelernt haben.

Daher haben wir mit Karadag einen türkischen Premium-Supermarkt angesiedelt. Und passend zum Konzept: Tains Supermarkt als hochqualifizierter asiatischer Anbieter. Beide Supermärkte verfügen auf einem kleineren Flächenanteil auch über ein gastronomisches Angebot, damit der Kunde die Qualität der Waren direkt erleben kann. Ergänzt wird das Ganze durch einen Netto-Citymarkt, der als Discounter auch preisbewusste Käufer anspricht.

Daneben wurde das gastronomische Angebot deutlich ausgeweitet. Auch hier ist es das Ziel, eine breite Palette unterschiedlicher Verzehrmöglichkeiten zu schaffen. Von einem französischen Croissant über Sushi bis hin zu einem Burger mit Pommes frites: Der Gast findet viele unterschiedliche Möglichkeiten, um seine Mittagspause angenehm und abwechslungsreich zu verbringen. Dies passt einfach an diesem sehr zentralen Standort in der Kölner Innenstadt.

Noch eine Veränderung wurde durchgeführt, um den Charakter des Quincy als multifunktionale Immobilie zu stärken. Als Zalando aus dem Obergeschoss auszog, stellte sich die Frage, ob diese Fläche wieder für den Einzelhandel genutzt werden sollte. Um neue Funktionen in das Quincy zu integrieren, wurde die Entscheidung getroffen, mit dem Quincy Medical ein medizinisches Zentrum mit eigenem Namen und eigenem Logo zu etablieren. Das Zentrum ist inzwischen vollständig vermietet und sorgt dafür, dass wiederum neue Personengruppen das Quincy aufsuchen.

Überhaupt wurden viele Maßnahmen durchgeführt, um den multifunktionalen Charakter des Quincy an diesem zentralen Standort zu stärken. Inzwischen ist auch die IU Hochschule auf 3 500 qm im zweiten Obergeschoss eingezogen. Was wenige wissen: Auf dem Dach des Quincy befinden sich 130 Wohnungen in absolut ruhiger Lage. Im Obergeschoss sorgt Fitness-First dafür, dass die Nutzer der Gastronomie ihre Kalorien wieder abtrainieren können. Und auch atmosphärisch hat sich vieles zum Besseren verändert. Die Fotos vermitteln einen Eindruck davon, aber am besten kommen Sie einfach einmal vorbei im Quincy und überzeugen sich selbst.

*) Der Artikel wurde dem Shopping-Center Report 2026 von EHI Retail Institute Köln und German Council of Shopping Places entnommen.