Deutschland verändert sich – die Gesellschaft wird älter, die Haushalte kleiner. Ende 2024 lag das Durchschnittsalter bei knapp 45 Jahren, und viele Menschen verbringen inzwischen über zwei Jahrzehnte im Ruhestand, so das Statistische Bundesamt in seiner im Juli 2025 veröffentlichten Studie zum „Durchschnittsmenschen“.
Der Renteneintritt erfolgt im Schnitt mit 64,7 Jahren, und Frauen leben durchschnittlich 23,2 Jahre, Männer 20,1 Jahre im Ruhestand. Diese lange Lebensphase geht oft mit sinkender Mobilität einher – der wohnortnahe Supermarkt wird damit von einem einfachen Einkaufsort zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Versorgungsinfrastruktur.
Kommunen und Supermarkt-Betreiber sind deshalb gefordert, die Nahversorgung für die wachsende Zahl der über 65-Jährigen zu sichern und auszubauen. Barrierefreiheit, sichere Wege, kurze Distanzen und Sitzgelegenheiten sind zentrale Standortqualitäten. Hinzu kommt, dass die Haushalte kleiner werden: Im Schnitt leben nur zwei Personen zusammen, Familienhaushalte sind seltener. Das führt zu häufigeren, kleineren Einkäufen im nahen Umfeld – eine Entwicklung, die fußläufige Märkte stärkt.
Nicht zuletzt spielen die Preis- und Wegeeffizienz eine Rolle: Bei einem Median-Bruttoeinkommen von 3 978 Euro und durchschnittlichen Nettokaltmieten für Wohnraum von 7,28 Euro pro Quadratmeter zählen hier kurze Wege und die Vermeidung zusätzlicher Kosten – ein Vorteil, den onlinebasierte Versorgung außerhalb der Metropolen nicht bieten kann.
Der Lebensmitteleinzelhandel ist die stabilste Säule der stationären Handelslandschaft – und das aus guten Gründen. Anders als im Non-Food-Bereich, wo der eCommerce gewichtige Marktanteile hält, lag der Onlineanteil im Lebensmittelhandel laut HDE-Online-Monitor nur bei rund 2,5%. Selbst Drogeriewaren kommen nur auf etwa 3,6%. Kunden schätzen die Möglichkeit, Frische und Qualität vor Ort zu prüfen, und verbinden den Einkauf häufig mit sozialen Kontakten. Märkte sind Treffpunkte, kurze Gespräche an der Kasse gehören zum Alltag. Für Investoren ergibt sich daraus eine Nachfragebasis, die selbst in konjunkturell schwierigen Zeiten konstant bleibt.
Wen als Investor trotzdem die Sorge vor dem Onlinehandel umtreibt, dem bietet sich außerhalb der Großstädte zusätzliche Sicherheit: Jenseits der Ballungsräume werden überwiegend gar keine Lebensmittel-Lieferdienste angeboten. Von Schnelllieferdiensten ganz zu schweigen. Insofern besteht hier auf absehbare Zeit keine Konkurrenzsituation. Der stationäre Lebensmittelhandel bleibt das Rückgrat der Versorgung.
Vor dem Hintergrund einer teilweisen Ausdünnung der ländlichen Regionen sollte allerdings bei der Investmentauswahl genau hingeschaut werden. So ist die Wirtschaftlichkeit nicht nur von der Bevölkerungsentwicklung, sondern auch der Größe des Einzugsgebiets abhängig: Wie viele Haushalte können innerhalb von fünf bis zehn Minuten Fahrtzeit erreicht werden? Gibt es ergänzende Angebote wie Drogerien oder Bäckereien, die den Standort zusätzlich attraktiv machen?
Standorte, die alle Anforderungen erfüllen, übernehmen eine Knotenfunktion für die Region – sie sichern Grundversorgung, stärken lokale Strukturen und sind damit für Kommunen wie Investoren gleichermaßen wertvoll. Zugleich sind Immobilienstandorte in kleineren Städten und Gemeinden vergleichsweise günstiger bewertet als Metropol-Standorte.
Der Faktor Barrierefreiheit wird oft unterschätzt
Nach dem Erwerb beginnt die eigentliche Wertschöpfung. Gutes Asset Management bedeutet, Standortpotenziale konsequent zu nutzen, Mieterbeziehungen zu pflegen und Betriebskosten langfristig zu optimieren. ESG-Aspekte wie Photovoltaikanlagen, energieeffiziente Wärmepumpen oder LED-Beleuchtung senken den ökologischen Fußabdruck und die Nebenkosten. Gleichzeitig erhöhen sie die Attraktivität für Mieter, die sich verstärkt zu Nachhaltigkeitszielen bekennen.
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Barrierefreiheit. Gerade im demografischen Wandel liegt die Chance, sich hier Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten: stufenlose Zugänge, breite und übersichtliche Gänge, kontrastreiche Beschilderungen und gut erreichbare Regale verbessern nicht nur das Einkaufserlebnis, sondern auch die Kundenbindung. Wichtig ist auch die Wegeführung, d.h. sichere Querungen und kurze Wege vom Parkplatz oder der Bushaltestelle, aber auch großzügige Sitzgelegenheiten sind weitere Pluspunkte, die beim Kunden gesammelt werden können.
Langfristig erfolgreiche Nahversorgungsstandorte zeichnen sich durch eine Mischung aus guter Erreichbarkeit, zeitgemäßer Technik, stabiler Mieterstruktur und Flexibilität für künftige Anpassungen aus. In unserem Portfolio finden sich zahlreiche Objekte, die diese Eigenschaften vereinen. Dazu zählen eine wohnortnahe, verkehrsgünstige Lage, moderne Gebäudetechnik, großzügige Frischebereiche und komfortorientierte, barrierefreie Zugänge. Dieses Idealbild steht stellvertretend für unsere Philosophie: Standorte mit hoher Alltagsrelevanz so zu managen, dass diese auch in zehn oder zwanzig Jahren noch wettbewerbsfähig sind – und offen für technische wie gesellschaftliche Veränderungen bleiben.
Mit unserer Asset-Management-Philosophie sind wir seit unserer Gründung im Jahr 2014 nah dran an der Handelsimmobilie und an der Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland. Unsere Investoren können darauf vertrauen, dass wir für sie zukunftssicher investieren und managen. Mit einem Team von rund 90 Experten decken wir die gesamte Wertschöpfungskette des Immobilieninvestments ab.
Seit Oktober 2025 ist die GPEP auch als Immobilien Manager von Drittvermögen aktiv. So wurden wir mit dem Asset-, Property- und Transaktionsmanagement für das Portfolio der Deutsche Konsum REIT AG beauftragt. Im Rahmen dieses Mandats wird die GPEP mit ihrer Expertise die laufende Portfoliorestrukturierung maßgeblich unterstützen. Dies ist eine spannende Partnerschaft, die unsere führende Stellung als Asset Manager von lebensmittelgeankerten Handelsimmobilien unterstreicht.
Fazit: Alltagsinfrastruktur mit Zukunft: Lebensmittelgeankerte Handelsimmobilien sind mehr als nur Renditeobjekte. Sie sind ein stabiler Bestandteil der Alltagsversorgung, resilient gegenüber kurzfristigen Trends und offen für nachhaltige Weiterentwicklung. Wer diese Immobilien mit dem richtigen Gespür für Standort, Technik und Nutzerbedürfnisse managt, legt den Grundstein für verlässliche, langfristige Erträge.
Dies gilt insbesondere für gut positionierte Lebensmittelmärkte außerhalb der Großstädte. Dort bieten sich attraktive und vergleichsweise günstig bewertete Investments mit einem exzellenten Rendite-Risiko-Profil. Mit der entsprechenden Expertise lassen sich diese Chancen als Investor nachhaltig nutzen.



