GPEP GmbH

Umfassende Energieausschreibung zur Senkung der Nebenkosten

Foto: GPEP

rv DÜSSELDORF. Die heißen und trockenen Sommermonate haben den richtigen Rahmen gesetzt für die breit angelegte Nachhaltigkeits- respektive ESG-Strategie, die der Asset- und Investment-Manager für Lebensmittelmärkte und lebensmittelgeankerte Fachmarktzentren, GPEP GmbH, nun fortschreibt. Zum einen gehört dazu eine Energieausschreibung für das gesamte Portfolio zusammen mit Westbridge Advisory. Zum andern wurde mit der Stark Energy GmbH eine Rahmenvereinbarung über den Ausbau von Schnell-Ladeinfrastrukturen getroffen.

Ziel ist es, die langfristige Attraktivität der Lebensmittelmärkte und Fachmarktzentren aus dem GPEP-Portfolio zu festigen und damit die Mieter an die Standorte zu binden und durch die strategische Energiebeschaffung die Nebenkosten zu senken. Denn aus Sicht von Marc Neis, Leiter des Asset Managements und Prokurist der GPEP GmbH, manifestiert sich ein gutes Immobilienmanagement nicht allein im Ankauf und in der Vermietung von Immobilien, sondern gerade im Detail der laufenden Bewirtschaftung: „Weder eine Energieausschreibung dieser Größenordnung noch ein standortübergreifender Rollout von DC-Ladeinfrastruktur ließe sich auf Ebene einzelner Objekte wirtschaftlich darstellen“, gibt der Experte zu bedenken.

Durch die Bündelung der Energieausschreibung und den Ausbau der Schnell-Ladeinfrastruktur für das gesamte Portfolio können nach Unternehmensangaben über einen Zeitraum von drei Jahren Nebenkosten in Höhe von 3 Mio. Euro eingespart werden, was für die Mieter eine spürbare Entlastung bei gleichzeitig aufgewerteten Standorten bedeutet und für die Investoren stabile Cashflows. Wie die GPEP weiter berichtet, konnten durch die gebündelte Ausschreibung für den Lieferzeitraum von 2027 bis 2029 Konditionen gesichert werden, die trotz der inzwischen gestiegenen Großhandelspreise noch deutlich unter dem bisherigen Niveau liegen. Konkret liegen die Einsparungen beim Strom bei rund 40% und bei Erdgas bei etwa 36%. Diese Nebenkostensenkung steigert nach Überlegung des Unternehmens auch die Werthaltigkeit der Mietverträge.

Abgesehen davon, dass die Bindung der Nebenkosten für drei Jahre dem energieintensiven Lebensmittelhandel mit seiner Beleuchtung und seinen vielen Kühlgeräten für einen festen Zeitraum Planungs- und Budgetsicherheit gibt, gewinnt die Höhe der Nebenkosten laut GPEP auch bei Vertragsverlängerungen heute eine zunehmende Bedeutung. Nicht ganz unerheblich ist mit Blick auf den Klimawandel auch die Tatsache, dass es sich bei dem gelieferten Strom um Ökostrom handeln wird.

Christian Hasiewicz, Director Sales bei Westbridge Advisory sieht darin einen Beleg dafür, dass sich Kosteneffizienz und nachhaltiger Strombezug nicht gegenseitig ausschließen, wie GPEP mit seinem Projekt belegt. Zudem sei der strategisch gesteuerte Energieeinkauf bei Portfolios dieser Größenordnung „einer der wirksamsten Hebel, um Preisrisiken zu begrenzen und Kalkulationssicherheit herzustellen". Das gilt besonders mit Blick auf die Folgen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine und den Konflikt zwischen den USA und dem Iran in Verbindung mit der Sperrung der Straße von Hormus.

Im Zuge der Rahmenvereinbarung zwischen GPEP und der Stark Energy GmbH über den Aufbau einer Schnell-Ladeinfrastruktur geht es um Handelsstandorte, die von der GPEP für drei institutionelle Sondervermögen gemanagt werden. Geplant sind bis zu 125 Ladestandorte und Schnell-Ladelösungen im Bereich von etwa 50 bis 200 kW. Die Planung, Finanzierung, Errichtung und den langfristigen Betrieb der Ladestationen übernimmt Stark Energy, sodass für die Mieter weder Investitions- noch Betriebs- oder Stromkosten anfallen.

Je nach Netzanschlusslage sollen die ersten Standorte innerhalb der nächsten zwölf Monate an besonders frequenzstarken Handelsstandorten in Betrieb genommen werden und der Rollout dann schrittweise folgen. Aus Sicht von Thomas Staudinger, Geschäftsführer der Stark Energy GmbH, zählen „Lebensmittelstandorte (…) zu den interessantesten Flächen für Schnellladeinfrastruktur und gewährleisten eine weitere regionale Diversifikation unseres DC-Ladesäulenportfolios“. Denn die Zeit, die die Kunden mit Einkaufen im Lebensmittelmarkt zubringen, passt nach seinen Worten exakt zum Ladevorgang. Auch Stark Energy setzt bei seinen Ladepunkten ausschließlich auf Grünstrom. Nach dem Aufbau der Ladeinfrastruktur bleibt das Unternehmen auch weiterhin Ansprechpartner von GPEP.

Teil der breit angelegten GPEP-Nachhaltigkeitsstrategie ist auch die Investition in die laufende Modernisierung der Gebäudetechnik, der Ausbau von Photovoltaikanlagen und Green-Lease-Vereinbarungen, über die Verbrauchsdaten systematisch erfasst werden können. Ziel ist es, die Energieeffizienz der Standorte zu verbessern.