HIR DÜSSELDORF. Die IPH Gruppe zieht für das erste Halbjahr eine positive Vermietungsbilanz. Mit etwa 54 000 qm Vermietungsvolumen und 122 Mietverträgen konnte nach Unternehmensangaben bereits 70% des Vorjahresvolumens erreicht werden – durch Verträge mit neuen Mietern und durch Vertragsverlängerungen.
Ein großer Teil der Mietverträge entfiel nach Mitteilung der IPH Gruppe auf Nonfood-Konzepte der unterschiedlichsten Branchen. Dies ist für das Unternehmen auch ein Beleg dafür, dass viele Einzelhändler aus diesem Segment, die vielfach stark mit der Online-Konkurrenz zu kämpfen haben, weiterhin auf ihre stationären Läden und ihre physischen Handelskonzepte setzen und teilweise auch weiter expandieren.
Dass die Pflege bestehender Mietverhältnisse und der Austausch mit den Mietern eine wichtige Stellschraube für den Vermietungserfolg ist, liest das Unternehmen daran ab, dass 70% der abgeschlossenen Verträge auf Prolongationen entfielen. Gleichzeitig beobachtet Lars Jähnichen, Geschäftsführer der IPH Gruppe, den branchenübergreifenden Trend, „dass Händler zunehmend kostensensitiv agieren“ und keine Kompromisse bei Flächengröße und Flächenausstattung machen. Deshalb ist aus seiner Sicht Transparenz bei den Gesamtkosten wichtig. Zugleich forderten die Mieter von den Eigentümern/Vermietern die Flexibilität, auch bauliche Lösungen oder passendere Ausweichflächen anzubieten und zu finanzieren, so der Experte. Nur durch diese Flexibilität sei es möglich, im Sinne der Kunden einen vielseitigen Mietermix zu bieten, der den Eigentümern wiederum einen stabilen Cashflow sichere.
Als Beispiel nennt IPH die Münchner Stachus Passagen. Hier passte sie im Auftrag des Eigentümers die Center-Strategie so an, dass der Fokus auf Konzepte mit hoher Frequenz und kurzer Aufenthaltsdauer lag – das heißt: weniger Mode und mehr Nahversorgung sowie Geschäfte, die stärker auf Spontankäufe setzen. Das erforderte neue Flächenzuschnitte, führte aber zu höheren Mieteinnahmen.
„Die allgegenwärtige Polarisierung im Einzelhandel auf Lage, Branche und Preissegment“ zeigt sich laut Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Holding bei Shopping-Centern besonders stark. Denn während etablierte Center in Top-Lagen ihre Attraktivität behaupten könnten, würden weniger profilierte Objekte stärker unter Druck geraten. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, empfiehlt er den Eigentümern, eine klare Objektstrategie und klare Mehrwerte für Mieter und Kunden zu generieren. Wie Jähnichen beobachtet, wächst allmählich auch bei den Investoren das Bewusstsein dafür, dass sich Investitionen in mehr Erlebnis für die Kunden rentieren. Um die richtige Strategie zu ermitteln, setzt die IPH in den von ihr betreuten Centern regelmäßig auf Kundenbefragungen.
Neben der Lage wird laut IPH auch die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter zum entscheidenden Standortfaktor. Gerade in stark nachgefragten Citylagen kann der erwartete Personalengpass ein Ausschlusskriterium für Neuvermietungen sein. Laut Jähnichen sollten sich Immobilienkonzepte deshalb nicht allein an den Frequenzen ausrichten, sondern auch die Personalverfügbarkeit berücksichtigen.



