Galeria Warenhäuser

Rückkehr in die schwarzen Zahlen

Galeria Kaufhof in der Hohe Straße in Köln. Foto: Kaufhof

rv DÜSSELDORF. Kurz vor Halloween und gut ein Jahr nach dem Ende des dritten Insolvenzverfahrens informierte die Geschäftsführung des Warenhausbetreibers Galeria mit 83 Filialen die Öffentlichkeit darüber, dass das Unternehmen im operativen Geschäft erstmals seit über zehn Jahren wieder schwarze Zahlen schreibe – sprich: im laufenden Geschäft wieder Gewinn erzielt habe.

Konkret soll das operative Ergebnis nach Unternehmensangaben um mehr als 100 Mio. Euro über dem Niveau der Vorjahre liegen. Allerdings wird dieses Vorjahresniveau nicht näher beziffert, so dass nicht klar ist, wie stabil diese schwarzen Zahlen inzwischen sind. Der Umsatz soll um die 2 Mrd. Euro erreichen. Als wesentliche Gründe für die deutliche Verbesserung des operativen Geschäfts nennt das Unternehmen unter anderem eine verbesserte Kostenstruktur, was nicht verwundert, weil der frühere Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung im Rahmen des dritten Insolvenzverfahrens im vergangenen Jahr mit vielen Vermietern der Warenhäuser über Mietsenkungen verhandelt und bei den verbliebenen 83 Warenhäusern offenbar auch durchgesetzt haben.

Den größten Batzen dürften dabei die Mieten für die Häuser ausgemacht haben, die der Signa Gruppe gehörten. Denn die Miete für die 14 Warenhäuser – darunter Galeria Kaufhof an der Düsseldorfer Königsallee und das Kaufhof Flaggschiff an der Kölner Hohe Straße – war in der Vergangenheit mit 200 Mio. Euro beziffert worden. Hier dürfte der frühere Insolvenzverwalter im Rahmen des Insolvenzverfahrens einiges an Mietsenkungen herausgeholt haben. Denn während der ersten beiden Insolvenzen 2020 und 2023 hatte Signa als Eigentümerin des Warenhausgeschäfts von vielen Vermietern Mietsenkungen eingefordert, bei den eigenen Warenhäusern aber weiterhin sehr hohe Mieten verlangt.

Seit zwölf Monaten gehört der Warenhausbetreiber Galeria den neuen Eigentümern, der US-Investmentgesellschaft NRDC des US-Investors Richard Baker und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz, die das operative Geschäft aus der Insolvenz heraus gekauft hatten. Der Firmensitz der Hauptverwaltung wurde inzwischen von Essen nach Düsseldorf verlagert.

Veränderungen gab es 2025 auch an der Spitze der Geschäftsführung, nachdem sich die Eigentümer im April von dem ausgewiesenen Warenhaus-Experten Olivier Van den Bossche getrennt hatten. Spekuliert wird über Rivalitäten zwischen dem früheren Galeria-Chef und den Eigentümern, die offenbar mehr Einfluss wollten. Der gebürtige Belgier wechselte inzwischen in die Leitung von Media Markt Benelux.

Die Geschäfte von Galeria führen nun Vertriebschef Tilo Hellenbock und Finanzchef Christian Sailer, der sich mit den Zahlen im ersten Jahr nach der Insolvenz zufrieden zeigte. Er sieht darin eine Bestätigung für die Stabilität des Galeria-Geschäftsmodells und dass der Warenhaus-Betreiber aus eigener Kraft funktioniert. Die Untervermietungen an den Discounter Lidl und den Sportartikelanbieter Decathlon in einigen Galeria-Filialen bringen laut Sailer neue Zielgruppen und mehr Frequenz in die Häuser. Verbesserungsbedarf sieht er noch bei der digitalen Integration und der Ansprache jüngerer Kunden. Impulse erhofft sich der Finanzchef zudem von der geplanten Partnerschaft mit dem Bonusprogramm Payback. Galeria beschäftigt noch etwa 12 000 Mitarbeiter.