rv DÜSSELDORF. Im dritten Jahr nach der abrupten Zinswende 2022 hat sich das Geschäft der Pfandbriefbanken gut entwickelt. Wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken bei seiner Jahrespressekonferenz mitteilte, reichten seine 52 Mitgliedsbanken 2025 mehr Immobiliendarlehen aus als im Jahr zuvor, sodass sich das Finanzierungsvolumen gegenüber 2024 um 15,7% auf 148,6 Mrd. Euro erhöhte. Treiber waren zum einen, dass sich die Erholungsphase an den Immobilienmärkten fortsetzte und zum andern das große Interesse der Investoren an Pfandbriefen.
„Angesichts der zahlreichen Krisen und geopolitischen Konflikte haben die VdP-Mitgliedsinstitute das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich bewältigt“, stellte Gero Bergmann, Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VdP), vor diesem Hintergrund fest. Beim Blick auf das Jahr 2026 zeigte er sich aber vorsichtig: Denn der Iran-Konflikt, dessen Dauer und Ende aus heutiger Sicht noch nicht absehbar ist, verstärke die ohnehin bereits bestehende Unsicherheit im Markt. Zudem befürchtet Bergmann mit Blick auf den drastischen Preisanstieg bei Kraftstoffen und durch die Unterbrechung der Lieferketten negative Folgen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Die Forschungsinstitute und auch die Bundesregierung selbst haben ihre Wachstumsprognosen für 2026 bereits heruntergesetzt. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat ihre Prognose auf 0,5% halbiert. Und die Inflationsrate ist im März auf 2,7% und im April auf 2,9% gestiegen – nach 1,9% im Februar.
Für die Mitgliedsunternehmen ist der VdP-Präsident aber zuversichtlich, dass sie nach der erfolgreichen Krisenbewältigung in den vergangenen Jahren auch die aktuell schwierigen Rahmenbedingungen meistern werden. Im vergangenen Jahr hatte offenbar die weitere Belebung der Immobilienmärkte dazu beigetragen, dass die Immobiliendarlehen spürbar gestiegen sind. Abzulesen war das an einem Anstieg des VdP-Immobilienpreisindex um 4,0% gegenüber dem Vorjahr, nachdem sich die Immobilienpreise von Quartal zu Quartal verteuert haben.
Vor allem die Wohnimmobilien verteuerten sich – angetrieben von dem eklatanten Wohnungsmangel hierzulande – nach den Zahlen des VdP innerhalb eines Jahres bundesweit um 4,2% und in den noch angespannteren Top 7-Städten um 4,7%. Nach Bergmanns Beobachtung sind die Preise „nicht mehr weit von ihrem im Sommer 2022 erreichten Rekordniveau entfernt“. Dass sich die Gewerbeimmobilienpreise, die sich aus Büro- und Einzelhandelsimmobilienpreisen zusammensetzen, bundesweit mit durchschnittlich 3,5% dagegen etwas gedämpfter entwickelten, erklärt der Verband damit, dass die beiden Anlage-Klassen stärker von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängen würden als Wohnimmobilien.
Die Kehrseite dieser unabhängig von der negativen Konjunktur immer weiter steigenden Wohnimmobilienpreisen ist aber, dass die dadurch induzierten Mietsteigerungen auch die Inflation anheizen und zu einer weiteren Kaufkraftabschöpfung und damit zu einer Schwächung des privaten Konsums als Stütze des Wirtschaftswachstums führen werden. Zudem verstärken Mietsteigerungen den Lock-in-Effekt am Wohnungsmarkt und führen zu einer weiteren Abnahme der Arbeitsmobilität. Das heißt: Große Teile der deutschen Bevölkerung können nicht mehr umziehen, weil jeder Umzug mit weiter steigenden Mieten verbunden ist und auch der Wechsel des Arbeitsplatzes wird immer schwieriger bis unmöglich.



