Projekt „Innenstädte neu denken“

Impulse für das Oberzentrum Cottbus

Zu einer attraktiven und lebendigen Innenstadt gehört immer auch der stationäre Einzelhandel. Doch gerade kleine, inhabergeführte Geschäfte sind durch die Corona-Pandemie und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges massiv unter Druck geraten. Mit dem Projekt „Innenstädte neu denken“ will die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus gegensteuern und neue Ideen für Innenstädte entwickeln.

Dabei sollen Stadtmarketing-und Werbegemeinschaften, Unternehmen aller Branchen sowie Städte und Gemeinden bei der Planung und Durchführung von drängenden Handlungsansätzen und Projekten bis zum Jahr 2025 unterstützt werden. Offizieller Startschuss für das Projekt war die Präsentation der Ergebnisse aus der Einzelhandelserfassung des Landes Brandenburg, die die BBE Unternehmensberatung durchgeführt hatte. Dabei haben wir Empfehlungen für Mittel- und Oberzentren im Kammerbezirk Südbrandenburg erarbeitet, damit Standortoptimierungskonzepte zur Revitalisierung der Innenstädte entwickelt werden.

Die Einzelhandelserfassung im Verflechtungsbereich Cottbus zeigt dabei eine leicht rückläufige Bevölkerungsentwicklung in der Stadt. Diese konnte jedoch durch die gestiegenen einzelhandelsrelevanten Verbrauchsausgaben pro Kopf und Jahr überkompensiert werden. Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe ist zwar von 800 auf 664 Betriebe gesunken. Das ist ein Minus von 17%. Die gleichfalls rückläufige Verkaufsfläche sank allerdings nur um etwa 5%. Der Verkaufsflächenanteil der Innenstadt liegt derzeit bei rund 20% des gesamten Einzelhandelsbesatzes von Cottbus.

Die bevorstehende Schließung des Galeria-Kaufhof-Warenhauses (Foto: Galeria) ist in diesem Kontext ein mehrschichtiger Verlust: Sicherlich zunächst als Verlust eines Magneten, der über Jahrzehnte die Cottbuser Innenstadt mitgeprägt hat. Zugleich aber auch als Verlust eines erheblichen Anteils (rund 23%) der innerstädtischen Verkaufsfläche und nicht zuletzt als weiterer Attraktivitätsverlust bei drohendem Leerstand.

Wir empfehlen deshalb, eine stärkere Innenstadt-Resilienz über verschiedene Impulse zu sichern. So müssten zum Beispiel der juristische Rahmen und die Genehmigungsprozesse verbessert und neue Aufenthaltsanlässe in der Innenstadt geschaffen werden. Zugleich ist eine Veränderung beim Mix der Assetklassen nötig. Voraussetzung für alle Maßnahmen ist jedoch, dass alle innerstädtischen Akteure an einem Tisch sitzen und an einem Strang ziehen. Denn nur gemeinsam können die großen Herausforderungen gemeistert werden.