Signa Prime Selection AG

Gläubiger stimmen für den Verkauf der Luxusimmobilien

Das KaDeWe in Berlin. Foto: Signa

HIR DÜSSELDORF. In das Insolvenzverfahren der Signa Prime Selection AG, Eigentümerin der noblen Immobilien der Signa Gruppe, kommt nach der Gläubigerversammlung Bewegung – der Vertreter der Republik Österreich sieht die Treuhandlösung dagegen kritisch.

Bei der Gläubigerversammlung am vergangenen Montagnachmittag haben die Gläubiger der insolventen Signa Prime Selection AG im Kammergericht Wien laut tagesschau.de mehrheitlich – nach Kopfzahl und nach Kapitalmehrheit – für einen Treuhand-Sanierungsplan gestimmt, wonach die Luxusimmobilien der Gesellschaft – darunter Objekte wie das KaDeWe (Foto rechts), das Alsterhaus und Oberpollinger (Foto unten) – im Laufe der nächsten zwei bis maximal fünf Jahre verkauft werden sollen, so dass ein Konkurs samt Notverkäufe der Immobilien abgewendet werden kann. Nach Mitteilung von InsolvenzverwalterNorbert Abel soll ein Treuhänder den Verkauf aller Vermögenswerte übernehmen. Ziel ist es, so eine Insolvenzquote von 32% für die Gläubiger zu erreichen. Die von einigen Gläubigern stark kritisierte Sanierung in Eigenverwaltung ist damit beendet.

Dagegen hatte Wolfgang PeschornPräsident der österreichischen Finanzprokuratur und damit Anwalt der Republik Österreich bereits im Vorfeld der Gläubigerversammlung gegenüber dem ORF Radio deutlich gemacht, dass er den vorgeschlagenen Sanierungsplänen nicht zustimmen werde. Seine ablehnende Haltung begründet der Chef der Finanzverwaltung damit, dass die für einen langsamen Verkauf der Luxusimmobilien im Rahmen einer Treuhandlösung notwendige Liquidität nicht vorhanden sei. Doch die sei nötig, um auf eine Markterholung in den nächsten Jahren warten zu können. Aus seiner Sicht kann sich das Unternehmen nur noch über den zeitnahen Verkauf seines Immobilien-Portfolios über Wasser halten.

Zudem beklagt Peschorn die mangelnde Transparenz in dem Firmengeflecht und glaubt, dass es im Rahmen eines Konkursverfahrens mehr Klarheit geben würde. So befürchtet er, dass etwa Geld aus den Unternehmen herausgenommen und dann wieder in neue Projekte investiert worden sein könnte. Strafrechtliche Ermittlungen will er nicht ausschließen.

Die Forderungen der Gläubiger gegenüber der Signa Prime belaufen sich laut Sanierungsbericht auf rund 12,8 Mrd. Euro, anerkannt wurden bisher nur 5,9 Mrd. Euro. Das Handelsgericht Wien muss die Sanierungspläne bis Juni noch bestätigen