rv DÜSSELDORF: Nach einem schwachen Jahresstart haben sich die Frequenz und entsprechend auch die Umsätze der Mieter in den 21 Shopping-Centern der Deutsche Euro Shop AG erhöht. Dass sich das in den ersten neun Monaten nicht entsprechend in den Ergebnissen widerspiegelt, begründet der Shopping-Center -Investor mit Sonder- und Einmaleffekten und präzisiert seine Jahresprognose.
Zwar blieb trotz der Belebung die Kundenfrequenz kumuliert immer noch um 0,2% unter dem Vorjahresniveau, wie es im Quartalsbericht der Deutsche Euro Shop AG (DES) heißt, doch ließen die Kunden mehr Geld in den Läden der Einkaufszentren, so dass die Erlöse der Mieter um 2,2% über dem Vorjahresniveau lagen. Die Vertragsmieten stiegen im Jahresvergleich um 0,4%. Erfreulich verlief auch das Geschäft des in diesem April eröffneten Food Gardens im Main-Taunus-Zentrum. Durch das nachhaltig konzipierte Gastronomieareal mit freistehenden Restaurants konnte die Besucherfrequenz laut DES um 17% erhöht werden. In die Kategorie „Retailtainment“ fällt auch der jüngst fertiggestellte Food & Fun Park @ RNZ (Foto: DES), der dem Rhein-Neckar-Zentrum mit neuen Mietern aus Gastronomie, Sport und Unterhaltung Schwung verleihen soll.
Dass dennoch die Umsatzerlöse des DES-Konzerns mit 197,4 Mio. Euro um 1,3% unter Vorjahresniveau blieben, begründet das Unternehmen damit, dass den gestiegenen Vertragsmieten auf der einen Seite gewährte Mietanreize und niedrigere Umlagen von Grundsteuern und Versicherungen auf der anderen Seite gegenüberstanden, sodass die operativen Centeraufwendungen gestiegen sind. Das hat sich mindernd auf die Erlöse ausgewirkt.
Auch das Nettobetriebsergebnis (NOI) ging um 4,7% auf 155,5 Mio. Euro und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 4,5% auf 155,4 Mio. Euro zurück. Dass das Vorsteuerergebnis (Ebt) ohne Bewertung mit 107,5 Mio. Euro sogar um 13,9% unter dem Vorjahreswert lag, begründet die DES vor allem mit dem Anstieg der Zinsaufwendungen um 8,8 Mio. Euro. Gleichzeitig wirkten sich die gestiegenen Mieterträge positiv auf das Bewertungsergebnis aus, das sich um 31,2 Mio. auf 4,5 Mio. Euro verbesserte. Das Konzernergebnis stieg um 13,4% auf 93,5 Mio. Euro.
Vor diesem Hintergrund geht der Vorstand in seiner Jahresprognose davon aus, dass der Jahresumsatz mit 268 Mio. bis 273 Mio. Euro eher im unteren Bereich der bisherigen Prognose liegen wird und das Ebit mit 211 Mio. bis 216 Mio. Euro eher im mittleren Bereich. Als finanziellen Meilenstein sieht das Unternehmen, dass es erstmals ein Rating erhalten hat. Zudem wurden die Finanzierungsquellen durch die Platzierung des ersten Green Bonds erweitert und diversifiziert. Die Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. Euro und einer Laufzeit bis Oktober 2030 war stark überzeichnet. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die Deutsche Euro Shop ESG-Policies eingeführt, die einen strukturierten Rahmen für verantwortungsvolle Unternehmensführung und nachhaltiges Wirtschaften schaffen soll.



