HIR DÜSSELDORF. Die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts, das schwerpunktmäßig auf die Monate November und Dezember entfällt, ist nach Feststellung des Handelsverbands Deutschland (HDE) bislang verhalten verlaufen. Das gilt für die Woche vor dem ersten und auch für die Woche vor dem zweiten Adventssonntag.
Angesichts der anhaltenden Kaufzurückhaltung und der schwachen Kundenfrequenzen in den Innenstädten fehlte es nach Feststellung des Handelsverbands HDE bislang an Schwung. Nach einer Umfrage unter 300 Unternehmen war der stationäre Einzelhandel mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts im November und in der Woche vor dem ersten Advent überwiegend unzufrieden. Nach der folgenden Befragung zum zweiten Advent waren nur 22% der befragten 300 Händlerinnen und Händler mit den letzten Tagen zufrieden, während sich 58% unzufrieden äußerten.
Zurückzuführen ist die bislang fehlende Dynamik im Weihnachtsgeschäft laut HDE-Umfrage vor allem auf schwache Kundenfrequenzen an vielen Standorten. Mit 70% berichtete das Gros der befragten Unternehmen, dass die Besucherzahlen an ihren Standorten gemessen am Vorjahr gesunken seien. Von zufriedenstellenden Frequenzen berichteten nur 22% der befragten Handelsbetriebe. „Insgesamt sind aktuell zwei Drittel der Unternehmen (67%) mit der Entwicklung des bisherigen Weihnachtsgeschäfts unzufrieden“, schreibt der Handelsverband zusammenfassend in seinem Zwischenbericht.
„Das war noch nicht der erhoffte Durchbruch“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, „die Auswirkungen der schlechten Konsumstimmung sind nach wie vor deutlich spürbar“. Allerdings war die Entwicklung uneinheitlich: So verliefen die Geschäfte in städtischen Vororten und Stadtteilzentren laut Umfrage „überdurchschnittlich gut“. Und auch der Blick auf die Branchen zeigt Unterschiede. Der weihnachtliche Verkauf von Unterhaltungselektronik und Spielwaren verlief demnach vergleichsweise gut. In diesen Branchen waren mehr als 30% zufrieden.
Wie Genth konstatiert, leiden viele Handelsunternehmen derzeit unter dem schwierigen Umfeld, das geprägt wird von der schlechte Verbraucherstimmung, den hohen Energiepreisen und „wenig Licht am Ende des Tunnels“. Dadurch werde es für die Branche vielerorts schwierig, „einen gelungenen Jahresabschluss hinzubekommen“. Hoffnung brachte aber immerhin der vergangene Samstag, der wie der Samstag in der Woche zuvor für spürbare Impulse in den Hauptgeschäftslagen der deutschen Innenstädte sorgte. Das lässt für die nächsten beiden Wochenenden hoffen. Immerhin kaufen viele auch noch auf den letzten Drücker Geschenke ein.
Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft, das auf die Monate November und Dezember entfällt, erwartet der HDE insgesamt Umsätze in Höhe von 126,2 Mrd. Euro. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzwachstum von nominal 1,5%.



