Søstrene Grene

Erste Schritte nach Polen und Italien

Filiale von Søstrene Grene (links), Warenverteilzentrum in Venlo. Fotos: Søstrene Grene

rv DÜSSELDORF: Die dänische Einzelhandels-Kette Søstrene Grene will bis 2027 europaweit auf 500 Filialen wachsen und wagt deshalb den Markteintritt in Italien und Polen. Zudem will sie neue Geschäftsfelder erschließen. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen auf dem Weg zu einem weiteren Rekordjahr.

Die ersten Filialen auf dem italienischen und dem polnischen Markt will die dänische Einzelhandelskette für Wohnaccessoires, Søstrene Grene, bereits 2026 eröffnen. Dabei soll das stationäre Geschäft in Polen und Italien in jedem Markt durch einen Onlineshop ergänzt werden. Nach den Worten von Mikkel Grene, CEO und Mitinhaber der Gruppe, bietet Italien als einer der größten Einzelhandelsmärkte in Europa großes Potenzial – ähnlich wie Deutschland und Großbritannien, wo die Kette künftig mit jeweils 100 Filialen vertreten sein will. Interessant ist Italien laut Mikkel Grene auf Grund seiner vielen großen Städte mit interessanten Einkaufsstraßen und Einkaufszentren. Außerdem würden italienische Kunden und Kundinnen großen Wert auf Inneneinrichtung legen und nordisches Design sehr schätzen.

Dagegen ist der polnische Markt für die Dänen noch Neuland. „Wir haben uns bisher noch nicht in Osteuropa engagiert, daher wird es ein spannendes Projekt, bei dem wir uns zunächst mit der Dynamik des Marktes vertraut machen müssen“, umschreibt Mikkel Grene die Strategie. Für den Markt spricht aus seiner Sicht die Größe, das enorme Einzelhandelspotenzial und dass es in Polen einige der schönsten Einkaufszentren Europas gibt. Des Weiteren will Søstrene Grene in Finnland und Spanien Online-Shops eröffnen.

Wie Mikkel Grene weiter berichtet, hat das Unternehmen, das in den meisten Märkten auch Online-Shops betreibt, gute Erfahrungen mit dieser Verbindung von Offline- und Online-Shops gemacht. Dadurch könnten mehr Kunden erreicht und die Frequenz in den Läden erhöht werden. Über den Online-Shop in Finnland soll auf lange Sicht die Bekanntheit erhöht und die Eröffnung von stationären Geschäften forciert werden.

Dagegen ist das Online-Geschäft in Spanien quasi eine Premiere. Denn erstmals betreiben die Dänen einen Online-Shop ohne stationäre Läden. Die fünf bislang eröffneten Filialen kamen nie richtig in Gang. Mit inzwischen 130 000 treuen spanischen Followern in den sozialen Medien sieht das Unternehmen nun aber eine gute Ausgansbasis für den Online-Handel, auf den dann auch wieder stationäre Läden der dänischen Handels-Kette folgen könnten.

Ungeachtet der umfangreichen Investitionen in die Expansion, ein neues Distributionszentrum in den Niederlanden, automatisierte Lösungen und eine umfangreiche SAP-Implementierung – strebt Søstrene Grene ein Rekordergebnis auch für das Geschäftsjahr 2024/25, das am 30. April endete, an. Laut Mikkel Grene liegen die konkreten Zahlen zwar noch nicht vor, aber es sei so viel klar, dass bei Umsatz und Gewinn Rekordwerte erzielt wurden. Das sei allerdings auch eine wichtige Voraussetzung, um die ehrgeizige europaweite Expansion zu realisieren.

Mit Blick auf die über 50jährige Tradition von Søstrene Grene mahnt der CEO aber auch an, dass das Unternehmen in Zukunft den Mut haben müsse, Dinge neu zu denken: „Deshalb bilden wir jetzt ein Team, das frische Ideen sammelt, erprobt und vorantreibt, um weitere Geschäftsbereiche und Unternehmen mit wegweisenden Geschäftsmodellen zu lancieren.“ Über neue Projekte verrät Mikkel Grene bislang aber nur, dass an einem innovativen „Lillesøster”-Konzept (kleine Schwester) gearbeitet wird, das im Sommer in Zürich getestet werden soll. Das Konzept ist eine Initiative innerhalb des bestehenden Geschäftsmodells von Søstrene Grene, könnte aber in Zukunft eine Vielzahl attraktiver Standorte mit hoher Kundenfrequenz bedeuten.