rv DÜSSELDORF. Im angespannten deutschen Modemarkt gibt es manchmal auch kleine Lichtblicke und gute Nachrichten. Dazu gehörte am 17. April die Eröffnung des neuen Mey & Edlich-Marken-Stores für Männermode auf 240 qm in der Ehrenstraße 30-32 in Köln. Für die traditionsreiche Marke ist das die Rückkehr in den stationären Einzelhandel – unter dem Dach des Walbusch-Konzerns.
Allerdings mit einem ganz neuen Auftritt. Denn der Store in Köln versteht sich nicht nur als Verkaufsfläche, wie es in der Ankündigung zur Eröffnung heißt, „sondern als Ort für Inspiration, Austausch und Entdeckung“. Zur Marken-DNA gehören eine Mischung aus sorgfältig kuratierten Sortimenten, besonderen Materialien und ein klares Stilverständnis. Damit ist der Versender Mey & Edlich seit dem Wiederaufbau durch den Walbusch-Konzern erstmals wieder im stationären Einzelhandel vertreten. Nachdem Mey & Edlich im Jahr 2004 Insolvenz anmelden musste, hatte das Versandhaus Walbusch Walter Busch in Solingen die Markenrechte erworben, um die Marke als Versandhandel für Herrenoberbekleidung in Leipzig neu aufzubauen. Mey & Edlich war 1870 in der Nähe von Leipzig von Ernst Mey und seinem Teilhaber Franz Emil Bernhard Edlich als Stoffwäschefabrik gegründet worden.
Der Marken-Store in Köln ist erst der Auftakt für die stationäre Expansion. Dabei fiel die Wahl für den ersten Standort nicht zufällig auf die Domstadt. Denn nach den Worten von Ute Wethmar, Geschäftsführerin von Mey & Edlich, ist „Köln (…) eine Stadt mit Charakter. Genau das passt zu Mey & Edlich.“ In diesem Kontext soll der Store auf der Ehrenstraße einen lebendigen Ort bieten, an dem die Kunden die Marke auf einer neuen Ebene erleben können: „Für unser Team ist dieser Store ein wichtiger Meilenstein und zugleich der Anfang einer neuen stationären Präsenz.“
Dabei soll die Marke mit ihrem hohen Qualitätsanspruch mehr verkörpern als einen kurzfristigen Mode-Trend. Sie soll Ausdruck von Persönlichkeit und Lebensstil vermitteln. Das spiegelt sich auch in der Warenpräsentation wider. Denn im Laden werden komplette Looks geboten und „strukturiert präsentierte Themenwelten mit Fokus auf Passform, Materialien und Stil“. Aktionsflächen bieten Raum für saisonale Präsentationen oder Künstlerkooperationen. Es gibt einen großen Denimbereich, genauso wie eine separaten Businesswelt und zahlreiche Accessoires.
Mit der Rückkehr in den stationären Einzelhandel schließt sich für Mey & Edlich der Kreis. Denn nach dem zweiten Weltkrieg, nachdem das Leipziger Unternehmen 1953 in der DDR in die staatliche Verwaltung übernommen und 1955/56 der volkseigenen Industrie gleichgestellt worden war, verlegten die Verantwortlichen den Hauptsitz nach München. Hier konzentrierte sich das Unternehmen u.a. darauf, in westdeutschen Großstädten Mode-Läden einzurichten. Dabei wurde auch Damenmode ins Angebot übernommen. Zuletzt präsentierten sich die Filialen im hochwertigen Segment mit Marken internationaler Top-Designer. Bis zur Insolvenz im Jahr 2004 betrieb die Mode-Kette 20 Geschäfte, darunter in München, Berlin, Hamburg, Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt am Main, Dresden und Düsseldorf.



