Lokale Online-Marktplätze

Die Kunden schätzen ein großes Sortiment

Foto: Lozuka

 

HIR DÜSSELDORF. Nach einer Befragung des IFH Köln ist das Interesse der Kunden aller Altersgruppen an lokalen Onlinemarktplätzen zuletzt spürbar gewachsen. Und auch die tatsächliche Nutzung hat im Zuge der Pandemie zugenommen – vor allem bei den Jüngeren. Von den zahlreichen Initiativen zur Stärkung des lokalen Handels haben aber nur wenige Erfolg.

Gerade in den vergangenen zehn von den Zwangsmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung geprägten Monaten sind nach den Worten von Patrick Schulte, Mit-Initiator und Geschäftsführer des Siegener Online Marktplatzes Lozuka (lokal zu Hause kaufen), zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen worden. Doch in den meisten Fällen blieb der Erfolg aus, weil das Angebot zu oberflächlich war, da die meisten Einzelhändler nur mit ihren grundlegenden Stammdaten wie ihrem Logo, ihrer Telefonverbindung und der Webseite aufgenommen wurden.

Aus seinen Erfahrungen mit dem lokalen Online-Marktplatz Lozuka, der vor über drei Jahren in Siegen an den Start gegangen war, weiß Schulte, dass die Kunden – genauso wie im stationären Handel – eine große Produktauswahl von allen teilnehmenden Einzelhändlern wünschen, eine möglichst breite Auswahl an Produktkategorien und dass sie den Onlinekauf sowie die Lieferung innerhalb von Stunden erledigt haben möchten.

Mit einem monatlichen Außenumsatz von knapp 50 000 Euro beweist Lozuka in seiner ältesten Region Siegen laut Schulte, dass ein lokaler Onlinemarktplatz unter den genannten Bedingungen funktionieren kann. Das zeigen auch die Durchschnittszahlen für das vierte Quartal. Danach umfasst jeder Warenkorb im Schnitt Produkte von 4,7 Einzelhändlern bei einer durchschnittlichen Kaufsumme von 67 Euro – ein Beleg dafür, dass die gebotene Auswahl der verschiedenen Händler bei den Kunden gut ankommt. Schulte: „Gerade die kleineren Händler profitieren hier massiv.“.

Der durchschnittliche Warenwert von 67 Euro je Bestellung schafft nach Unternehmensangaben inzwischen auch die Grundlage für den wirtschaftlich Betrieb des lokalen Marktplatzes, denn damit stehen pro Bestellung über 9 Euro für die Abwicklung in der Region zur Verfügung. Je nach Umsetzung benötigt die Logistik etwa 5 Euro, so dass für die Betreibergesellschaft 4 Euro bleiben. Bei 50 Bestellungen pro Tag erreicht eine Betreiberregion damit schon eine Einnahme von etwa 5 000 Euro - eine sehr gute Basis für weiteres Wachstum.

Zu den Bedingungen teilt Schulte mit, dass der Einzelhändler in den meisten Regionen ohne jegliche Startgebühr starten kann und lediglich eine Gesamtprovision für seine Präsenz im Marktplatz inkl. aller Produkte, das gemeinsame Marketing und die Logistik zahlt. Die Spanne dieser Provision liege in der Regel bei 9% bei großen Händlern und 17% bei sehr kleinen Händlern. Im Schnitt über alle Einzelhändler liegt die Gesamtprovision demnach bei 14%.