Schuhmarkt Deutschland: Online-Dynamik gebremst

Der stationäre Schuhhandel wächst

Der stationäre Schuhhandel wächst

HIR DÜSSELDORF.Nach den schwierigen Corona-Jahren ist der deutsche Schuhmarkt 2023 zwar wieder gewachsen, doch liegt das Marktvolumen nach dem Branchenbericht „Schuhe 2024“ vom IFH Köln in Zusammenarbeit mit der BBE Handelsberatung immer noch unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Ein Lichtblick ist, dass der stationäre Handel mit der Rückkehr zur Normalität wieder Marktanteile gewinnt, während der Online-Handel leicht verliert, aber noch auf hohem Umsatzniveau bleibt.

Dass die Konsumstimmung in Deutschland nach wie vor gedämpft ist, lässt sich auch an der Entwicklung auf dem Schuhmarkt ablesen, die nach den Ergebnissen des „Branchenberichts Schuhe 2024“ zeigt, dass die Schere zwischen den privaten Konsumausgaben auf der einen Seite und den Ausgaben für Schuhe bei steigenden Verbraucherpreisen auf der anderen Seite immer größer wird. So erreichte der Gesamtumsatz mit Schuhen im Jahr 2023 ein Marktvolumen von 9,6 Mrd. Euro, was im Jahresvergleich einem Wachstum von 3,8% entspricht.

Die gute Nachricht für den stationären Einzelhandel und die Handelsimmobilienwirtschaft ist, dass laut „Branchenbericht Schuhe“ der Großteil des Umsatzes im Schuhmarkt im vergangenen Jahr auf die stationären Schuhfilialisten entfallen ist, die damit einen Anteil von 48% erreichten. Dagegen erreichten die digitalen Vertriebswege, die in anderen Einzelhandelsbranchen wieder wachsen, im hiesigen Schuhmarkt nur einen Umsatzanteil von 35%. Laut Branchenbericht ist der Online-Handel mit Schuhen derzeit regelrecht ausgebremst. 

Nach Einschätzung von Carina StäbischProjektmanagerin am IFH Köln, halten diese stationären Nachholeffekte im Schuhmarkt noch weiter an und die Entwicklung zeigt aus ihrer Sicht, „dass der stationäre Fachhandel mit der fachkundigen Beratung eben doch noch funktioniert“. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sie den stationären Einzelhändlern, das generelle Interesse der Kundschaft am stationären Einkauf zu nutzen, um dem Kunden mit Hilfe von attraktiven Services wie beispielsweise Click & Collect einen Mehrwert zu bieten, und sich so gegenüber den Kunden ein starkes Fundament zu schaffen. Denn Carina Stäbisch ist sicher, dass der Online-Handel in Zukunft wieder Fahrt aufnehmen wird.

Beim Blick in die Zukunft gehen die Experten von IFH Köln und BBE Handelsberatung davon aus, dass der „Gesamtmarkt Schuhe“ bis zum Jahr 2028 ein stetiges, langsames Wachstum verzeichnen wird. Das Umsatzniveau des Vorkrisenjahres 2019 von 9,9 Mrd. Euro wird die Branche nach ihren Hochrechnungen vom April 2024 erst im Jahr 2025 wieder erreichen. „Die stationären Nachholeffekte werden sich in den kommenden Jahren wieder einpendeln und der Onlinehandel wird wieder Marktanteile dazu gewinnen“, lautet die Prognose.

In diesem Umfeld empfiehlt Peter FrankExecutive Consultant bei der BBE Handelsberatung den stationären Schuhhändlern im Wettbewerb und als Antwort auf den Wandel des Marktes eine klare, differenzierende Positionierung, ein Angebot, das auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten ist und „Exzellenz am POS“. Diese Positionierung sei für den Erfolg im Schuhhandel von essenzieller Bedeutung