rv DÜSSELDORF. Mit ihrem neuen Flagship-Store in der Tauentzienstraße 13 in Berlin will die Buchhandels-Kette Thalia – nach ihrer modernisierten Filiale in Köln – erneut wichtige Akzente im Buchhandel setzen. Die Filiale ist ein weiteres Beispiel, wie eine Branche den schwierigen Strukturwandel im Handel meistern kann.
Buchhandlungen wie Thalia gehörten zu den ersten Branchen, die vom Trend zum Online-Shopping – angestoßen vom US-Online-Händler Amazon – betroffen waren und mit ihrem traditionellen stationären Geschäft in die roten Zahlen rutschten. Damals noch Teil der Hagener Douglas Gruppe schaltete die Buchhandels-Kette in den Krisenmodus und leitete eine massive Kurskorrektur ein. In den großen Buchkaufhäusern wurde die Verkaufsfläche für Bücher reduziert, um alternative, zum Buchangebot passende Sortimente wie Schreib- und Spielwaren auf die Fläche zu nehmen.
Vor allem aber wurde das stationäre Angebot durch die vollständige Übernahme von Buch.de Internetstores 2014 um einen starken Online-Vertrieb ergänzt, der heute fester Bestandteil des Geschäftsmodells ist. Die Kunden wollen „online“ und „offline“. Eine Zäsur war auch die Fusion mit dem Wettbewerber Mayersche Buchhandlung im Jahr 2019. Ein Jahr später, 2020, erhielt Thalia vom Bundeskartellamt zudem die Erlaubnis, sich mit der Osianderschen Buchhandlung zusammenzuschließen, um damit das Gewicht im deutschen Büchermarkt weiter zu steigern.
Gerade das Beispiel Thalia als Teil des gebeutelten stationären Buchhandels zeigt, wie es einer Branche erfolgreich gelingen kann, den Strukturwandel der vergangenen beiden Jahrzehnte zu meistern. Im stationären Geschäft ergänzt die Buchhandelskette ihr Bücherangebot um Gastronomie und Veranstaltungen, wie der Blick auf den Mitte April eröffneten Flagship Store in der Berliner Tauentzienstraße zeigt.
Auf 1800 qm Verkaufsfläche gibt es neben den Tausenden von Büchern das integrierte Café Buch & Bohne mit freiem Blick auf die Gedächtniskirche. Arrondiert wird das Angebot an dem geschichtsträchtigen Standort, an dem der Schriftsteller Hermann Sudermann und die legendäre Marlene Dietrich gelebt haben, durch hochkarätige Veranstaltungen, die an diesem Standort ihr Publikum finden dürften. Nach den Worten von Thalia-Vertriebsdirektor Johannes Brancke ist die Eröffnung des Flagship-Stores auch ein Meilenstein für das Unternehmen: „Es ist schon jetzt eine unserer wichtigsten Thalia Buchhandlungen, die auch weit über die Grenzen der Hauptstadt hinweg Strahlkraft haben wird“, ist er überzeugt. Neben dem besonders großen Büchersortiment gibt es ein umfangreiches Spielesortiment, einen sorgfältig kuratierten Bereich für regionale Literatur mit besonderem Schwerpunkt auf Berlin und Brandenburg sowie einen großen English-Book-Shop.
Einen Vorgeschmack auf die kulturellen Akzente, die Thalia setzen möchte, gab in der Eröffnungswoche der ‚Berlin, Berlin‘-Abend am 18. April – eine Late-Night-Shopping-Party unter dem Leitmotiv ‚20er-Jahre‘. Auch der Ladenbau soll eine Hommage an das „Berlin der Goldenen 20er-Jahre“ sein. Abzulesen ist das an den Gestaltungselementen im damals modernen Art Déco Stil, die über die gesamte Buchhandlung verteilt sind. Die Säulenverkleidungen sollen an die in Berlin erfundene Litfaßsäule erinnern. Und das Highlight im Erdgeschoss ist ein goldenes, erleuchtetes Ornament im Treppenauge, das an Sonnenstrahlen erinnert.



