Warenhäuser

Galeria lässt die Insolvenz hinter sich

Foto: Galeria

rv DÜSSELDORF: Nachdem die Gläubiger von Galeria Karstadt Kaufhof am 27. März 2023 in der Essener Messe-Halle dem vorgelegten Sanierungsplan zugestimmt hatten und die Bestätigung des Insolvenzplans rechtskräftig geworden ist, wurde das Insolvenzverfahren auf Beschluss des Amtsgerichts Essen nach Ablauf des 31. Mai 2023 aufgehoben. Damit hat der Warenhaus-Konzern mit derzeit noch 129 Filialen die jüngste Insolvenz seit 1. Juni hinter sich gelassen.

Die Gläubiger aus Vermietern, Lieferanten und dem Staat haben für diese Rettung von Galeria Karstadt Kaufhof mit Sitz in Essen erneut auf gut 1,3 Mrd. Euro an Forderungen verzichtet, nachdem sie im Zuge des vorletzten Schutzschirmverfahrens im Sommer 2020 nach einem Bericht von dpa bereits auf mehr als 2 Mrd. Euro verzichtet hatten. Zum Start in die Nach-Insolvenz-Zeit will die Eigentümerin Signa Gruppe 200 Mio. Euro in das Unternehmen investieren, wobei die Modernisierung der Filialen in den nächsten Jahren einen Schwerpunkt bilden soll.

Der neue CEO Olivier van den Bossche, der unter anderem aus seiner Zeit als CEO von Galeria Kaufhof viel Warenhaus-Expertise mitbringt, hat sich nach dem Bericht einer Wirtschaftszeitung das Ziel gesetzt, die Warenhäuser noch in diesem Jahr auf vergleichbarer Fläche wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Und im Jahr 2024 will er beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zumindest eine schwarze Null erreichen. Unter Ägide des früheren Kaufhof-Eigentümers, der kanadischen Hudson’s Bay Company, hatte van den Bossche dazu beigetragen, das Profil der Warenhäuser und ihrer Sortimente zu schärfen.

Mit Blick auf die geplanten Filialschließungen – derzeit stehen noch 47 Warenhäuser auf der Liste – berichtet van den Bossche, dass weiterhin Gespräche mit den betroffenen Vermietern geführt werden. Nach einem Bericht des Spiegels sollen die Filialen in Regensburg am Neupfarrplatz, in Dortmund und Bremen doch weitergeführt werden, nachdem man sich offenbar mit den Vermietern einigen konnte. Auch van den Bossche bestätigt, dass nach dem jetzigen Stand 87 Häuser weitergeführt werden sollen. Damit hätte sich die Zahl der Schließungen bereits auf 42 reduziert. Auch in Düsseldorf setzen sich die Stadt und Oberbürgermeister Stephan Keller für die Erhaltung der Karstadt-Filiale am oberen Ende der Schadowstraße ein. Ein Leerstand des 32 000 qm großen Komplexes wäre für die Einkaufsmeile fatal.

Nach den vorgelegten Schließungsplänen des Galeria-Vorstands werden die ersten Filialen bereits zum 30. Juni schließen und weitere Filialen zum 31. Januar 2024. Bereits Ende März war es nicht zuletzt mit Hilfe der Gewerkschaft Verdi gelungen, dass die Warenhäuser in Leipzig, Erlangen, Bayreuth, Oldenburg und Rostock von der Streichliste genommen wurden.