Galeria am Alexanderplatz

Commerz Real verlängert Nutzungsvereinbarung um ein Jahr

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rv DÜSSELDORF. Im Ringen um den Fortbestand des Galeria-Warenhauses am Berliner Alexanderplatz hat die Eigentümerin Commerz Real der Betreiberin Galeria mehr Zeit gegeben und die Nutzungsvereinbarung vom 1. September 2026 bis zum 31. März 2027 verlängert. Normalerweise wäre der Mietvertrag Ende August ausgelaufen. Commerz Real hatte die Warenhausimmobilie im Sommer 2023 vom früheren Signa-Eigentümer René Benko erworben.

Nach Mitteilung von Commerz Real soll durch diese Verlängerung genügend Zeit für weitere Verhandlungen über die Frage zur Verfügung stehen, ob die Immobilie in ein Mischobjekt aus Galeria-Warenhaus sowie Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) umgewandelt werden kann. Wie die Berliner Zeitung berichtete, sei im Zuge der dritten Insolvenz der Warenhaus-Kette deutlich geworden, dass die Einzelhandelsfläche an dem Standort für heutige Verhältnisse zu groß sei.

Da das Management der Commerz Real gleichzeitig den Plan verfolgt, durch die Ansiedlung einer kulturellen Nutzung einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung zu leisten und eine positive Veränderung der Besucherzusammensetzung zu erreichen, boten sich Gespräche mit der ZLB an. Denn die Zentrale Landesbibliothek ist laut Berliner Zeitung auf zwei sehr sanierungsbedürftige Standorte in Berlin Mitte und Kreuzberg verteilt und ein geplanter Umzug auf die früheren Flächen des Warenhauses Galeries Lafayette in der Friedrichstraße war gescheitert.

Wie es in der Mitteilung von Commerz Real weiter heißt, laufen die Verhandlungen derzeit unter Federführung der Berliner Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Sarah Wedl-Wilson. In diesem Kontext berichtet Mario Schüttauf, Geschäftsführer der Commerz Real Investmentgesellschaft, zu deren Portfolio die Warenhausimmobilie gehört, dass auch Senatorin Franziska Giffey diesen Ansatz mitträgt. Als Zeichen ihres Interesses an diesem Mietverhältnis, hat Commerz Real auch eingewilligt, „für die Zeit der Nutzungsvereinbarung mit der Miete wieder auf die 2025 vereinbarte und aktuell geltende Höhe zurückzugehen“.

An die Adresse des Betreibers richtet Schüttauf den Appell: „Wir wollen den Warenhausstandort gemeinsam mit Galeria deutlich weiterentwickeln, um ihn dauerhaft in eine profitable Zukunft zu überführen und somit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine echte Perspektive zu geben“. Allerdings mahnt er die Eigentümer auch, ihrer Verantwortung als Betreiber stärker nachzukommen etwa bei Instandhaltungen und dringend notwendigen Renovierungen. Auch erwartet er „signifikante strategische Investitionen in die Modernisierung des Einzelhandelskonzeptes“ – nicht zuletzt auch als Bekenntnis zum Standort Alexanderplatz, der künftig eine Mischung aus Arbeit, Kultur und Shopping bieten soll.

Zudem will Commerz Real die Weiterentwicklung des Warenhauses im Kontext des Umfeldes sehen und sich im Rahmen der Initiative des Stadtbezirks Mitte mit weiteren Eigentümern der Anrainergebäude für die Schaffung eines Business Improvement Districts einsetzen. Das Ziel: Ideen für die Weiterentwicklung dieses zentralen Areals „The Berlinian“ zu entwickeln.