Marktausblick Logistikimmobilienmarkt

Anzeichen für weitere Markterholung

Logix ESG Label für Dachser Logistikzentrum Unna. Foto: Dachser

Der deutsche Logistikimmobilienmarkt geht mit einer soliden Ausgangslage in die zweite Jahreshälfte 2026. Nach einem robusten ersten Halbjahr lagen nach Aussage verschiedener Maklerhäuser die Flächenumsätze mit drei bis knapp vier Millionen Quadratmetern rund 20% über dem Vorjahreszeitraum. Auch der Investmentmarkt belebte sich. Rund 2,9 bis 3,3 Mrd. Euro wurden in Industrie- und Logistikimmobilien investiert. Damit zeichnet sich nach den zurückhaltenden Jahren 2024 und 2025 eine schrittweise Stabilisierung ab.

Für den weiteren Jahresverlauf dürfte insbesondere die zunehmend diversifizierte Nachfrage relevant sein. Neben Handel, Logistik und E-Commerce gewinnen internationale Unternehmen sowie der Defence- und Rüstungssektor an Bedeutung. Unternehmen aus China und den USA bauen ihre Aktivitäten in Deutschland und Europa aus und schaffen zusätzlichen Bedarf an Lager-, Distributions- und Produktionsflächen. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp, denn in vielen etablierten Logistikregionen fehlt es an kurzfristig verfügbaren Flächen, da hohe Bau- und Finanzierungskosten den Neubau weiterhin bremsen.

Auch auf dem Investmentmarkt hat sich die Belebung fortgesetzt. Neben klassischen Logistikimmobilien rückt dabei das Light-Industrial-Segment stärker in den Fokus. In der zweiten Jahreshälfte spricht vieles für eine weitere Markterholung, wenn sich die zusätzlichen Impulse durch internationale Nutzer sowie den Defence- und Rüstungssektor verstetigen. Die Kombination aus diversifizierter Nachfrage, begrenztem Angebot und steigenden Anforderungen an Immobilien dürfte den Markt auch im weiteren Jahresverlauf prägen.

Auf der Expo Real 2026 in München wird Logix neue Entwicklungen des Marktes mit verschiedenen Aktivitäten aufgreifen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Forschungsprojekte der Initiative und zentrale Branchenthemen. Am ersten Messeabend schafft die Initiative Logistikimmobilien mit einem Dinner inklusive Keynote Raum für den Austausch innerhalb der Branche. Am zweiten Messetag folgt im Asset Class Forum in der Halle A1 das „Let’s talk logistics“ Panel zum Thema „Wer mietet Deutschlands Logistikimmobilien? Zwischen Strukturwandel, China-Expansion und Defence-Boom“. Im Mittelpunkt stehen die Veränderungen auf der Nutzerseite und die Frage, welche Nutzungsarten den Logistikimmobilienmarkt künftig prägen werden.

Darüber hinaus stellt Logix auf der Messe neue Forschungsergebnisse vor. Der erste Teil einer zweiteiligen Studie zur Multilevel-Logistik untersucht, welche Potenziale mehrstöckige Logistik- und Gewerbeimmobilien für die flächeneffiziente Entwicklung von Standorten bieten, welche Hemmnisse ihrer stärkeren Verbreitung entgegenstehen und wie diese überwunden werden können. Die Studie entsteht unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr.-Ing. Roland Busch von der Bergischen Universität Wuppertal und wird durch eine Bundesförderung finanziell unterstützt.

Darüber hinaus erscheint ein gemeinsam mit dem Fraunhofer IIS entwickeltes Thesenpapier zum Thema „Logistikimmobilie versus Datacenter“. Im Fokus steht der zunehmende Wettbewerb um geeignete Standorte und die Frage, welche Anforderungen beide Nutzungsarten an Flächen, Energieversorgung und Infrastruktur stellen. Das Papier betrachtet zudem ökologische und energiebezogene Synergien und nimmt die Perspektiven von Immobilienwirtschaft, Investoren und Kommunen in den Blick. Mit beiden Publikationen greift Logix Marktentwicklungen auf, die für die künftige Flächennutzung und Standortentwicklung an Bedeutung gewinnen.

Zudem ist die Vorstellung des ESG-Leitfadens für Bestandsimmobilien geplant. Als Weiterentwicklung des 2024 veröffentlichten Leitfadens für Neubauten untersucht Logix anhand von vier Bestandsgebäuden unterschiedlicher Baujahre, wie sich bestehende Immobilien ESG-konform weiterentwickeln lassen. Im Fokus stehen konkrete Maßnahmen etwa bei Energieeffizienz und der Nutzung von erneuerbaren Energien sowie deren wirtschaftliche Auswirkungen. Der Leitfaden geht dabei auch der Frage nach, ab wann eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.

Darüber hinaus wird auf der Expo Real ein weiteres Logix ESG-Label vergeben. Es  zeichnet Logistikimmobilien aus, die definierte ESG-Kriterien erfüllen und schafft damit einen einheitlichen Orientierungsrahmen für nachhaltige Immobilien. Nach dem Industriepark Grimma von Hines erhält das Dachser Logistikzentrum Unna als zweite Immobilie in Deutschland das im vergangenen Jahr eingeführte Label.